Die Liebe – ein Karussell

Karussell Amor zeigt eine humorvolle, groteske, sowie berührende Studie des Zusammenspiels zweier sich Liebender. Bunt und bewegt, aussagekräftig und ohne Worte.

Das Karussell der Liebe dreht nicht einfach nur rund. Wenn die Musik einsetzt, hat man nicht immer Lust zu tanzen, und präsentiert sich doch glücklich und fröhlich lachend gegen aussen, um nicht aufzufallen. Oder um nicht aus der Reihe zu tanzen.
Das Karussell quietscht und knarzt, neckisches Spiel artet in Machtkämpfe aus, die Trennung steht kurz bevor, die Ernüchterung ist gross. Und doch besinnen sich die Figuren Max und Eva wieder auf den Kampf für ein gemeinsames Leben. Allen gesellschaftlichen Verpflichtungen, der Routine und den anderen Liebeskillern zum Trotz.
Laura Ender und Benno Ernst spielen ihren fulminanten Ritt auf dem Karussell Amor mit stark gezeichneten Figuren. Das Stück kommt ganz ohne Text aus. Zwar interagieren die beiden auch verbal, es sind aber nur Wortbrocken zu hören. Die Tonalität, die teilweise clowneske Mimik, die Gestik und der eigene Erfahrungsschatz reichen vollkommen, um die Aussagen dieser Wortfetzen zu verstehen. Die im Alltag meist unbewusst wahrgenommenen Ausdrucksmittel wie Mimik, Tonalität und Körpersprache, werden im Stück in den Vordergrund gerückt.
„Karussell Amor“ ist aber nicht etwa eine Paartherapie. Die Ausschnitte aus Lebenssituationen des Liebespaars in „Karussell Amor“ sprechen Singles gleichermassen an wie verliebte Paare, oder ehelich miteinander verbundene Streithähne.
Das Karussell der Liebe – abgründig, humorvoll, leidenschaftlich, poetisch.